Art and Friends
Seit dem Beginn der Moderne, dem Ende der mimetischen Kunst sind laut Boris Groys(1) die Kunstwerke selbst nur schwache Zeichen, die allein die Rezeption zu starken macht. (Wobei die Schwachheit der Zeichen den Kunstcharakter garantiert.) Seitdem ist der Rahmen der Kunst zum Problem des Kunstwerkes geworden. Das ist die dunkle Seite der Moderne und der Steinbruch der Postmoderne. Der einst strahlende Glanz der Autonomie von Kunst wurde stumpf an der Bedingung ihres Auftretens und ihres Wahrgenommenwerdens von der Welt. Der Rahmen der Kunst – sei er architektonisch, soziologisch, psychologisch oder sonst wie logisch –, eben der ganze Reigen der Bedingtheit von Erscheinung verabschiedete die Schönheit und ebnete sie ein unter der Relativität nicht ästhetischer Gesichtspunkte. Der Künstler, einst ein Genie, wurde der blinde Vollzieher und Spielball von Bedingungen, die er nicht mehr durchschaute, weil sie nicht zu seinem Fach gehören. Diese strukturelle Schwäche gebar den Kurator und das ganze Betriebssystem. Und auch die künstlerische Kritik an beiden. So wuchert die Kunst seit hundert Jahren an ihrem ungelösten Rand fort oder ignoriert auf sexy Weise, dass der Rahmen schon längst den Inhalt suspendiert hat wie die Verpackung das Produkt.